Schwangerschaft und Geburt

Häufig gestellte Fragen

Wie viel nimmt man in der Schwangerschaft etwa zu?

Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft hängt vom Body-Mass-Index (BMI) ab, den die Frau vor der Schwangerschaft hatte.

Berechnung des BMI:
Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Hier können Sie Ihren BMI errechnen.

Das bedeutet für eine Gewichtszunahme in der Schwangerschaft:

  • BMI unter 18,5 (Untergewicht): Zunahme von ca. 12 bis 18 Kilogramm
  • BMI 18,5 bis 25 (Normalgewicht): Zunahme von ca. 11 bis 16 Kilogramm
  • BMI 25 bis 30 (Übergewicht): Zunahme von ca. 7 bis 11 Kilogramm

Tipp:
Frauen mit einem BMI unter 18 oder über 30 sollten sich medizinisch zum Thema Ernährung beraten lassen.

Wieso bekomme ich eine dunkle Linie auf dem Bauch?

Alle Menschen haben eine senkrecht verlaufende, nicht sichtbare Hautlinie am Bauch, die Linea alba. Sie liegt über dem Bindegewebsstreifen, der die langen Bauchmuskeln zusammenhält.

In der Schwangerschaft verfärbt sich dieser Hautstreifen bei vielen werdenden Müttern bräunlich. Grund dafür ist ein hormonell bedingter veränderter Melaninstoffwechsel (Melanin = körpereigenes Pigment). Man nennt diesen bräunlichen Streifen auf dem Babybauch auch Linea negra. Sichtbar wird die Linea negra im zweiten Schwangerschaftsdrittel, etwa um die 16. – 24. Schwangerschaftswoche. Nicht bei allen Schwangeren tritt diese Hautveränderung ein, und sie ist kein Indikator für den Verlauf der Schwangerschaft oder gar das Geschlecht des Babys.

Was ist Toxoplasmose?

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die oftmals unerkannt und somit meist harmlos abläuft. Anders ist es jedoch mit einer Infektion in der Schwangerschaft. Hier kann sie für das ungeborene Kind gefährlich werden.

Hervorgerufen wird die Toxoplasmose durch den Parasit Toxoplasma gondii, der sich durch Katzenkot, rohe Fleisch- und Wurstwaren, Rohmilch und durch kontaminierte Erde und Sand verbreitet. Sollten Sie noch keine Toxoplasmose durchgemacht haben, müssen Sie sich in der Schwangerschaft schützen.

Tipps zum Vorbeugen:

  • Verzichten Sie darauf, rohe Fleisch- und Wurstwaren (z.B. Tatar, Mett), Rohmilchprodukte (z.B. viele Käsesorten) und rohe Fischerzeugnisse (z.B. Sushi, Sashimi) zu sich zu nehmen.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr immer gut unter fließendem Wasser und/oder schälen Sie es.
  • Wenn Sie eine Katze haben, sollte die Katzentoilette während der Schwangerschaft jemand anderes aus der Familie saubermachen. Zudem sollten Sie sich nach Kontakt mit der Katze immer gründlich die Hände waschen.

Warum schadet Rauchen in der Schwangerschaft?

Grundsätzlich ist Rauchen immer gesundheitsschädlich. Für Schwangere und damit für das ungeborene Kind sind die rund 4.800 chemischen Substanzen, von denen mehr als 70 krebserregend sind oder im Verdacht stehen, es zu sein, besonders gefährlich (Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de/rauchstopp/schadstoffe-in-tabakwaren/).

Nikotin geht direkt von der Plazenta auf das Ungeborene über – eine Folge ist Sauerstoffmangel. Das „fetale Tabaksyndrom“ fasst alle Schäden, die durch Rauchen in der Schwangerschaft verursacht werden, zusammen.

Mögliche Folgen von aktivem, aber auch passivem Rauchen in der Schwangerschaft:

  • Es erhöht die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Kindstodes.
  • Es kann zu Wachstumsstörungen und Schäden an der kindlichen Lunge kommen.
  • Das Risiko, mit einem sehr geringen Geburtsgewicht auf die Welt zu kommen, ist doppelt so hoch. Studien zeigen, dass Kinder von Raucherinnen im Durchschnitt ein um 200 bis 400 Gramm geringeres Geburtsgewicht aufweisen.
  • Kopfumfang und Körperlänge sind meist um einen Zentimeter kleiner als bei Kindern von Nichtraucherinnen.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass Rauchen Missbildungen verursachen kann, z.B. Herzfehler oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.

Schadet Sex in der Schwangerschaft?

Wenn die Schwangerschaft komplikationslos verläuft, ist erlaubt, was gefällt. Das Baby ist in seiner fruchtwassergefüllten Blase gut geschützt. Die werdende Mutter kann dabei buchstäblich auf ihr Bauchgefühl vertrauen – und dann ihr Liebesleben auch ganz neu entdecken. Denn eine Schwangerschaft bedeutet natürlich eine große körperliche Veränderung, die Brüste werden größer und empfindlicher, die Scheide wird besser durchblutet. Die Auswirkungen auf das sexuelle Empfinden sind individuell sehr verschieden – was bei einer Frau zu mehr Lust führt, kann bei einer anderen das genaue Gegenteil bewirken. Mit dem Partner*in im Gespräch bleiben und eigene Wünsche und Ängste zu äußern, sind ein guter Weg, um als Paar diese bewegende Zeit gemeinsam zu erleben.

Wann ist Vorsicht geboten?

Bei bestimmten Schwangerschaftsrisiken kann es nötig sein, vorsichtiger zu sein. Dazu zu zählen etwa

  • Infektionen,
  • Blutungen,
  • vorzeitige Wehen,
  • eine ungünstig liegende Plazenta
  • oder ein Blasensprung. 

Wann sollte Rücksprache gehalten werden?

Rücksprache mit der behandelnden Frauenärzt*in sollte gehalten werden,

  • wenn bereits einmal eine Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft erlebt wurde,
  • wenn sich im letzten Schwangerschaftsdrittel eine mögliche Frühgeburt abzeichnet
  • und bei Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften.

Wie ist es mit Flugreisen in der Schwangerschaft?

Im ersten Trimester durchläuft der Embryo viele sensible Entwicklungsschritte und ist dementsprechend empfindlich – hier sollten Sie vor einer Flugreise unbedingt ärztlichen Rat einholen. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel zu fliegen ist bei einer komplikationslos verlaufenden Schwangerschaft grundsätzlich kein Problem. Dennoch ist auch hier die behandelnde Frauenärzt*inzu konsultieren, denn viele Fluggesellschaften möchten ein ärztliches Attest vorgelegt bekommen. Das Attest und den Mutterpass bewahren Sie bitte in Ihrem Handgepäck auf, so dass Sie beides schnell vorzeigen können.

Hochschwanger fliegen dürfen Sie, je nach Fluggesellschaft, meist bis zur 36. Schwangerschaftswoche. Bei Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften dürfen Sie meist schon ab der 32. Woche nicht mehr an Bord. Bitte fragen Sie zu weiteren Details Ihre jeweilige Fluggesellschaft.

Was gehört in die Kliniktasche?

  • Mutterpass
  • Chip-Karte der Krankenkasse
  • Allergie-, Brillen-, Blutgruppenpass
  • Familienstammbuch oder Geburtsurkunden der werdenden Eltern
  • Geburtsurkunden von Geschwisterkindern
  • Kleingeld für die Geburtsurkunde(n) (Original 10 €, jede weitere 5 €)
  • Bequeme Kleidung für die Klinik und für die anschließende Heimfahrt
  • Nachtwäsche
  • Bademantel
  • Hausschuhe oder Badeschlappen
  • Einweghöschen oder Baumwollslips, Wechselsocken
  • Still-BH (zwei Nummern größer als gewohnt) und Stilleinlagen
  • Handtücher, Waschlappen und Körperpflegeartikel
  • Bei längeren Haaren: Haargummi
  • Ihre Lieblingsmusik für den Kreißsaal (ruhige Musik kann zu Ihrer Entspannung beitragen)
  • Geld für Telefon- oder Fernsehgebühren in der Klinik
  • Eine Kamera für die ersten aufregenden Momente


Kann schon zur Entbindung mitgenommen werden –  und sollte spätestens zur Entlassung vorliegen:

  • Babykleidung für die Fahrt nach Hause (während des Klinikaufenthalts werden Kleidung, Windeln etc. zur Verfügung gestellt)
  • Kindertrageschale für das Auto

Woran erkenne ich den Geburtsbeginn?

Im Film krümmt sich die Heldin, verzieht das Gesicht und schreit: „Es geht los!“ So abrupt ist das im echten Leben selten. Aber woran können Sie erkennen, dass sich das Baby bald auf den Weg macht?

Der Bauch senkt sich

Wenige Wochen vor der Geburt ändert das Kind seine Lage und rutscht durch sogenannte Senkwehen tiefer ins Becken. Oftmals kann die werdende Mutter nun wieder besser atmen, allerdings erhöht sich dann der Druck auf die unteren Organe, was einen verstärkten Harn- und Stuhldrang bedeutet. Zudem wird das Baby ruhiger, was auch daran liegt, dass es nun einfach nicht mehr viel Platz hat.

Weitere Anzeichen

Viele Frauen berichten auch über Müdigkeit, ein allgemeines Schweregefühl und Rückenschmerzen. Nicht selten gesellt sich eine gewisse zunehmende Unruhe dazu, mit dem Bedürfnis, alles parat haben zu wollen – sozusagen ein gewisser Nestbautrieb. Dieser kann sich auch bereits etwas früher in der Schwangerschaft zeigen, allerdings wird dieses Empfinden vielfach direkt vor der Geburt noch einmal etwas dringlicher.

Abgang des Schleimpfropfs

Ein weiteres Anzeichen für den nahenden Geburtsbeginn kann der Abgang des Schleimpfropfs sein, der den Muttermund verschlossen hat. Dieser kann sich auch in Teilen ablösen, was dann von einigen Frauen manchmal nicht bemerkt wird.

Blasensprung

Ein Blasensprung ist ein sicheres Indiz, dass es „los geht“: Aber dies passiert bei weitem nicht immer vorher, oftmals geht die Fruchtblase erst unter der Geburt auf oder muss manuell geöffnet werden. Zumeist verschließt das tief sitzende Baby den Muttermund nach unten ab, so dass bei einem Blasensprung vielfach nur Tröpfchen austreten.

Regelmäßige Wehen

Bereits in den letzten Wochen vor der Geburt verspürt die werdende Mutter immer mal wieder Wehen, die nach kurzer Zeit wieder abklingen.

Dies sind Übungswehen, mit welchen der Körper für die Geburt trainiert.

Echte Wehen unterscheiden sich von Übungswehen dadurch, dass die Abstände kürzer werden und die Wehen regelmäßig kommen. Zudem dauert eine Wehe zwischen 60 und 90 Sekunden.

So erkennen Sie echte Geburtswehen:

  • Bei echten Wehen verkürzen sich die Zeitabstände zwischen den Wehen und sie kommen regelmäßig.
  • Echte Wehen strahlen in den Rücken und den gesamten Bauchraum aus und betreffen nicht nur den Unterbauch.

Ab wann muss ich in die Klinik fahren?

Unterscheiden sollte man zwischen Erst- und Mehrgebärenden. Zudem sollten nicht nur die Regelmäßigkeit und die Abstände zwischen den Wehen einberechnet werden, sondern auch, wie intensiv die Wehen sind.

  • Wenn es Ihr erstes Kind ist, sollten Sie losfahren, wenn die Wehen regelmäßig alle fünf bis acht Minuten kommen.
  • Wenn es Ihr zweites (und weiteres) Kind ist, sollten Sie sich auf den Weg machen, wenn Sie regelmäßig alle zehn Minuten Wehen haben.

Hat die Geburt des ersten Kindes weniger als sechs Stunden gedauert, war also sehr schnell, dann ist beim zweiten und bei weiteren Kindern Vorsicht geboten. Fahren Sie dann bitte in die Klinik, wenn Sie einzelne intensive Wehen verspüren.

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