Dysplasie-Sprechstunde

Klinik für Gynäkologie & Geburtshilfe

Was sind Dysplasien?

Dysplasien nennt man Zellveränderungen, etwa an den Zellen von Gebärmutterhals, Scheide oder Schamlippen. Dysplastische Zellen können sich wieder zu normalen Zellen zurückbilden. Manchmal bleiben die Veränderungen jedoch bestehen und können in eine Krebserkrankung übergehen. Aus diesem Grund bezeichnet man Dysplasien auch als Krebsvorstufen (Präkanzerosen). Da diese Zellveränderungen langsam entstehen, können sie im Rahmen der regelmäßigen Krebsvorsorge, bei der ein sogenannter PAP-Abstrich erfolgt, entdeckt werden.

PAP-Test – was ist das eigentlich?

Der sogenannte PAP-Test (oder PAP-Abstrich) ist nach dem griechischen Arzt George Nicholas Papanicolaou (1883 – 1962) benannt, der diesen Test zur Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses in den 1920er-Jahren entwickelte.

Er ist heute auch als Krebsvorsorge-Abstrich im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung bekannt. Im Rahmen des gesetzlichen Krebsvorsorgeprogramms können Frauen ab dem 20. Geburtstag einmal jährlich diese Untersuchung bei ihrem/ihrer Frauenärzt*in durchführen lassen.

Dafür wird Zellmaterial vom Muttermund und vom Gebärmutterhals mithilfe eines kleinen Spatels bzw. einer kleinen Bürste entnommen. Dieser Vorgang verursacht normalerweise keine Schmerzen. Das so gewonnene Zellmaterial wird zytologisch1 untersucht – dafür werden die Zellen eingefärbt, um Veränderungen sichtbar machen zu können. Der Befund wird dann anhand der seit 2014 geltenden Münchner Nomenklatur III eingestuft.

1altgr./neulat. ,zyto‘: „die Zelle betreffend“.

PAP-Test-Einstufungen

  • PAP I: „normale, gesunde Zellen“.
  • PAP II: leichte Zellveränderungen, aber kein Verdacht auf Krebsvorstufen oder Krebs.
  • PAP III: unklarer Befund, der durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden muss.
  • PAP IIID: Hier liegen Zellveränderungen vor (Dysplasie), was aber noch keinen Krebs bedeutet.
  • PAP IV: Es sind Krebsvorstufen, Krebs im Frühstadium oder Krebs möglich. Zur Diagnosesicherung sind weitere Untersuchungen notwendig.
  • PAP V: Dieser Befund ist dank des Krebsvorsorgeprogramms in Deutschland sehr selten geworden. Er bedeutet, dass tatsächlich Zellen eines bösartigen Tumors nachgewiesen wurden und eine Krebsdiagnose sehr wahrscheinlich ist.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/vorstufen.php

Zertifizierte Dysplasie-Sprechstunde

Logo "Zertifizierte Gynäkologische Dysplasie-Sprechstunde"

Die zertifizierte Dysplasie-Sprechstunde an unserer Klinik ist eine Spezialsprechstunde, deren Expertise und Leistungen durch die Deutsche Krebsgesellschaft geprüft und mit einem Zertifikat versehen wurden. Jährliche Audits sorgen für eine nachhaltige Kontrolle und fortlaufende Verbesserung der Qualität unseres Angebotes.

Hier untersuchen wir etwaige Zellveränderungen am weiblichen Genitale (Muttermund, Gebärmutterhals, Scheide, Schamlippen) und klären, ob diese gut- oder bösartiger Natur sind. In einem weiteren Schritt besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, welche Behandlungsschritte notwendig sind.

Sie möchten mehr über unser Angebot an Spezial-Sprechstunden erfahren? Weitere Informationen finden Sie hier.

Behandlungsspektrum

In der zertifizierten Dysplasie-Sprechstunde bieten wir Diagnostik, Therapie und Nachsorge u.a. an für:

  • Krebsvorstufen des Muttermundes (Portio), des Gebärmutterhalses, der Scheide (Vagina), der Schamlippen und des äußeren weiblichen Genitales (Vulva)
  • Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV)
  • Chronisch-entzündliche Zellveränderungen (z.B. Lichen sclerosus)
  • genitale Feigwarzen
  • Schmerzen an der Vulva (Vulvodynie)
  • Zellveränderungen in der Schwangerschaft

Zudem beraten wir Sie gern bei der Abklärung von bereits vorliegenden auffälligen Befunden, ob kolposkopisch2 oder von PAP-Abstrichen.

2Kolposkop: von ,kolpos‘, altgr. „Scheide“ und ,skop‘, altgr. „spähen“. Ein Kolposkop ist ein Gerät ähnlich einem Mikroskop, mit welchem Aufnahmen der Vaginalschleimhaut erstellt werden können.

Frau Prof. Gallwas, Direktorin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Kontakt

In der zertifizierten Dysplasie-Sprechstunde der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe werden Sie von speziell geschulten Ärzt*innen vertrauensvoll und einfühlsam beraten.

Telefon: 0551 3962501

Ort: Universitätsklinikum, Ebene 4, Aufzug B4

Sprechzeiten: Mo., 13.00–16.00 Uhr

Direktorin

Univ.-Prof. Dr. med. Julia Gallwas

Kontaktinformationen

Ansprechpartner

MUDr. Horst Urban

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